Lois Lane – Fallout

Jeder Comicfan kennt Lois Lane als Top-Reporterin des „Daily Planet“ und Ehefrau von Superman, doch wie stellt man sich diese Power-Frau als Jugendliche vor? In der TV-Serie Smallville haben wir einen kleinen Einblick bekommen, doch Gwenda Bond geht mit Ihrem Young Adult Roman Lois Lane –  Fallout ganz andere Wege und verleiht dem Charakter frischen Wind.

Nachwuchsjournalistin Lois Lane

Der erste Tag in einer neuen Schule ist niemals leicht, auch wenn es für die 16-jährige Lois Lane schon mehr oder weniger Routine ist. Als Tochter eines Generals der US-Armee wechselt sie ständig von einem Ort zum anderen, doch in Metropolis soll alles anders werden. General Lane wird für einen längeren Zeitraum mit seiner Familie hier bleiben. Lois eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten und sie hofft endlich einmal richtige Freundschaften schließen zu können.

Schon am ersten Tag wird Perry White, der Chefredakteur des „Daily Planet“ auf die junge Dame aufmerksam. Er erkennt, dass sie das Zeug zur Reporterin hat und bietet ihr einen Job beim „Daily Scoop“ an, einem Online-Magazin für junge Leute, das als Nebenprojekt des „Planet“ junge Talente fördern soll.

Lois bringt sofort frischen Wind in die Redaktion, die aus dem Computerexperten Devin, der Punkmusik-liebenden Maddy und James, dem Sohn des ehemaligen Bürgermeisters, besteht. Da die vier alle auf die gleiche Schule gehen, findet sich auch schnell die erste große Story für den „Scoop“. Denn dort passieren merkwürdige Dinge mit einer Gruppe von Gamern, die alle das neue Onlinespiel Worlds War Three spielen. Die selbsternannten Warheads rekrutieren auf ziemlich drastische Weise neue Mitglieder für ihre Gruppe.

Aktuelle Thematik – trotz Sci-Fi

Mit der Enthüllungsstory möchte Lois ihrer Mitschülerin Anavi helfen, denn die junge Frau wird von den Warheads gemobbt und der Schulleiter verharmlost die Situation. Doch hinter dem Mobbing scheint noch mehr zu stecken, denn Anavi behauptet die Warheads greifen sie auch mental an. Die Gruppe scheint ein Kollektivbewusstsein entwickelt zu haben und da ihr sonst wohl niemand glauben schenken würde, wendet sich Lois an ihren mysteriösen Chat-Freund SmallvilleGuy, den sie sogar vor ihren Eltern und ihrer Schwester geheim hält.

Wer jetzt glaubt, dass sich das Buch doch noch zu einer Superman-Geschichte entwickelt, liegt hier falsch. Lois ist ganz eindeutig die Protagonistin, auch wenn Clark eine durchaus ernstzunehmende Nebenrolle spielt. Gwenda Bond macht aus der Top-Reporterin des Daily Planet eine interessante Heldin für junge Leser. Die Thematik ist aktuell und verknüpft eine leider häufig auftretende Alltagsproblematik wie Mobbing mit modernen Technologien wie virtuelle Realitäten und Experimente zur Leistungssteigerung. Lois ist sehr sympathisch dargestellt und mit allen Wassern gewaschen.

Besonders liebevoll ausgearbeitet sind die Chat-Protokolle zwischen Lois und ihrem unbekannten Freund aus Smallville, von dem sie noch nicht weiß, dass es sich um Clark Kent handelt. Die beiden hatten sich in einem Forum für Ufo-Spinner kennengelernt, nachdem Lois dort einen Beitrag verfasste, in dem es darum ging, dass ihr in Kansas ein fliegender Mensch das Leben rettete. Es bleibt abzuwarten wie sich die Beziehung der beiden weiter entwickelt, denn Fallout ist der erste Band einer Trilogie.

Bisher sind die Romane nur auf Englisch erschienen und es bleibt abzuwarten, ob sie übersetzt werden.

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